Mittwoch, 20. November 2013

Die Notfallstation des "Al-Sheikh Zayed Hospital"

Zwei Wochen lang war ich intensiv mit den Mobilen Kliniken von PMRS unterwegs und befasste mich in diesem Rahmen mit der “Primary Health Care” also der Basisgesundheitsversorgung, die bei uns durch die Hausärzte übernommen wird. Nun interessierte es mich jedoch auch einen Einblick in die “Secondary Health Care” zu erhalten, weshalb ich mich um ein Kurzpraktikum auf der Notfallstation des Ramallah Hospitals bemühte. Da die Palestinänsische Autonomiebehörde nur limitierte Mittel zur Bereitstellung einer umfassenden Gesundheitsversorgung hat, nicht zuletzt weil das Geld gerne in “wichtigere Bereiche” oder eigene Taschen fliesst, war es für mich spannend zu sehen, an welchen stellen Defizite vorhanden sind, die unser Gesundheitssystem selbstverständlich sind.
Mittels ein wenig “Vitamin B” befand ich mich drei Wochen nach Ankunft im Büro von Dr. Samer Saliba, Chef des Emergency Rooms des “Sheikh Zayed Hospitals”. Das “Al-Sheikh Zayed Hospital” ist Teil des grössten medizinischen Komplexes der Westbank, bestehend aus fünf Krankenhäusern mit jeweiliger Spezialisierung in Innerer Medizin, Pädiatrie, Chirurgie, Notfallmedizin und Hämatologie. Dr. Saliba begrüsste mich freundlich und schwärmte mir von seinem unvergesslichen Besuch in Bonaduz vor. Meinen verwirrter Gesichtsausdruck, da der Name Bonaduz in meiner schweizer Geografie nicht vorkam, brachte ihn total aus dem Häuschen und er versprach mir am nächsten Tag seine Fotos mitzubringen um mir ein wenig “die Schweiz zu zeigen” - guter Start!
Danach führte er mich durch die verschiedenen Bereiche des Krankenhauses, wobei eine Abteilung mir besonders in Erinnerung blieb. Er zeigte auf einen Berg von gigantischen “Kisten” die in einem halbfertigen Raum gestapelt waren: “ dies ist unser MRI”, erklärte er stolz. “Ein Geschenk von Präsident Mahmud Abbas. Nächsten Monat ist es betriebsbereit. Dann können wir endlich Patienten vor unnötiger Strahlenbelastung schützen und in spezifischen Bereichen genauere Diagnosen stellen als mit dem CT. MRI-Geräte sind in der Westbank zwar vorhanden aber nur in Privatkliniken und eine Untersuchung kommt die Patienten deshalb oft teuer zu stehen.” Ich liess mir diese Information durch den Kopf gehen und versuchte mir die Arbeit des Unispital ohne umfassende Bildgebung vorzustellen. Vielleicht würden die Leute es dann auch eher mit dem Überbegriff “Slaughterhouse” bezeichnen, wie es die Palästinenser hier tun.
Zuletzt gingen wir durch die von Security bewachte Schwingtüre und gelangten in die Notfallstation im Stil der TV-Serie “Emergency Room”. In der Mitte eine Insel, wo sich Ärzte und Pflegepersonal für wenige Sekunden vor den Familienmitgliedern der Patienten in Sicherheit bringen können, um mit gekonntem 1-Fingersystem die Diagnose laut zitierend in den Computer einzutragen. Rundherum Kabinen mit Schragen getrennt durch Vorhänge, die nach Ansicht der “Zimmernachbarn” jedoch eher zur Dekoration dienten. “Dr. Saliba” kam gar nicht erst gross zum erklären, da er schon von allen Seiten mit Fragen von Patienten bombardiert wurde und auch ich blieb nicht verschont, wodurch ich im Verlauf der Woche gezwungenermassen “Ana misch doctora” (Ich bin nicht Ärztin), “Barefisch” (Ich weiss nicht) und weitere nützliche Entschuldigungen meinem Arabischwortschatz beifügte.

Die Arbeit im Krankenhaus war extrem spannend und ungewohnt für mich. Und auch meine Anwesenheit war ungewohnt für die Ärzte und Pfleger. Zwar ist die ganze medizinische Terminologie auf Englisch, jedoch sprechen viele Ärzte ausser dieser Begriffe kein weiteres Englisch. So viel es mir oftmals schwer mit meinem deutschen Wortschatz vorallem die Abkürzungen zu verstehen und wenn ich dann genaueres Wissen wollte zu gewissen Krankheitsbildern, konnten viele nicht weiter erklären. Glücklicherweise fand ich jedoch zu Beginn einige tolle Ärzte die sich die Zeit nahmen und in gutem Englisch und mit aufschlussreichen Zeichnungen mir gerne erklärten. Ausserdem liessen sie mich Blutproben nehmen (von wegen Vakuumröhrchen, Desinfektionsmittel und Abbindgurte, alles einfach, improvisiert und hmmm für unsere Verhältnisse ziemlich unhygienisch und unter wenig Privatsphäre) und ich durfte sogar meine ersten Stiche nähen!! Von Lungenentzündungen, Herzinfarkte und Asthma über Hernien und Beinbrüche bis zu Psychosen traf man alles auf der Notfallstation an. Hier einige Details die mir besonders in Erinnerung blieben:

  • Das Sterilium brachte ich aus meiner Reiseapotheke mit ins Krankenhaus, da ich fast nirgends welches finden konnte.
  • Trotz dem Schild das beim Eingang das Mitbringen von Waffen in den ER verbietet – ich habe noch nirgends so viele Waffen und so viel Polizei gesehen, meist als Begleitung von Gefangenen, die hier behandelt wurden.
  • Sowas wie Mittagessen oder Freizeit exisitiert bei den Ärzten nicht. Die einzigen Pausen die Eingehalten werden sind Rauchpausen, denn fast alle Ärzte rauchen hier!
  • Die Behandlung eines Patienten beinhaltet Beratung, Beruhigung und Abwimmeln seiner gesamten Familie, denn geht man hier ins Krankenhaus, begleiten einem mindestens drei Familienmitglieder (anfangs, Tendenz steigend im Verlauf).
  • Die meisten Krankheiten treten hier in fortgeschritteneren Formen auf, da die Leute warten und warten und warten... bis sie mal zum Arzt gehen.
  • RTA steht für “Road Traffic Accident” und ist genaugenommen die Ursache für den Besuch ca jedes 3. Patienten im ER.
  • Viele Ärzte sprechen perfektes Russisch, da sie in Russland oder der Ukraine studiert haben, die andere Hälfte hat in Ägypten studiert.
  • Ein Arzt im Ramallah Hospital verdient monatlich ca 1200 CHF, die Lebensunterhaltskosten sind teilweise vergleichbar mit Deutschland
  • Die meisten Ärzte haben ein Teil ihrer Ausbildung im Ramallah Hospital absolviert, da dies das grösste Krankenhaus mit den intensivsten Fällen ist.
  • Komplizierte Operationen, z.B. Im Bereich Neurochirurgie müssen nach Israel transferiert werden, wegen fehlendem Equipment und daher auch fehlender Erfahrung der Spezialisten.
  • Exzessives Shisha-rauchen (wie das hier praktisch jeder macht) wird grosszügig nicht als Risikofaktor für Lungenerkrankungen erachtet.

Die Woche im “Al-Sheikh Zayed”- Krankenhaus war eine spannende Erfahrung für mich. Oftmals ging es sehr intensiv und chaotisch zu und her, natürlich auf arabisch, weshalb es für mich schwierig ist eine objektive Beurteilung wahrzunehmen. Sehr beeindruckt hat mich das Wissen der jungen Assistenzärzte, die jegliche Differentialdiagnosen und Symptome der Krankheitsbilder aufzählen konnten. Frustrierend war für mich zu sehen, dass das gute medizinische Knowhow sich gegen fehlendes Equipment oftmals nicht durchsetzten kann. Der Umgang mit den Patienten ist teilweise sehr schwierig, da diese ein fehlendes Gesundheitsverständnis haben und deshalb eher auf die anwesenden Familienmitglieder vertrauen als auf die Ärzte. Aber auch von Seiten der Ärzte kommt es durch die schwierigen Arbeitszumstände, fehlende Sensibilisierung für das Konzept ihrer Patienten und Zeitdruck zu einem autoritären und barschem Auftreten, was nicht hilfreich ist. Einmal mehr habe ich gesehen wie sich die Schwierigkeiten der israelischen Besatzung aber auch der Korruption der palästinensischen Regierung in jeglichen Bereichen manifestiert. Solange sich diese Situation nicht ändert ist es dem palästinensischen Gesundheitssystem nicht möglich ihre gebildeten und engagierten Ärzte zu halten, wodurch weiterhin viele Spezialisten versuchen ins Ausland abzuwandern, da die Job und Lebensstandard dort lukrativer ist. Die Leittragenden sind schlussendlich wie zumeist die einfachen Leute, die sich keine Privatklinik leisten können.

Beim Rausgehen werfe ich einen letzten Blick auf die drei jungen Männer, die mich nun jeden Morgen stumm von ihren Plakaten begrüsst haben – Opfer einer israelischen Razzia, die mitten in der Nacht das Refugee-Camp nebenan gestürmt haben und dabei mehrere Leute verletzt und 3 Menschen getötet haben. Die Ärtze haben mir davon berichtet: “wie im Krieg”, haben sie gesagt. Erinnert ihr euch wo Ramallah in meinen letzten Eintrag über Area A, B, C lag? Genau, Area A – volle palästinensische Kontrolle... alles nur Theorie!

Sonntag, 6. Oktober 2013

Ramallah und meine Arbeit mit der Mobilen Klinik


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Ramallah – "Ählan we sählan"

Mittlerweile fällt es mir fast schon ein wenig schwer deutsch zu sprechen oder schreiben, da ich mich seit drei Wochen fast ausschliesslich auf englisch oder mit meinem dürftigen arabisch unterhalte. Aber zu meinem Sprachgewirr später mehr...

Vier Wochen ist es nun her, als ich beladen mit meinem knallroten Backpack zum ersten Mal durch die Strassen von Ramallah lief und nicht schlecht staunte.
Ramallah ist die vorübergehende Hauptstadt der Westbank mit Sitz der palästinensischen Autonomiebehörde. In der ursprünglich christlichen Stadt wohnen heute mehr als 27'000 Menschen. Seit 1948, der sogenannten “Nakba” (arabisch für Katastrophe, bezieht sich auf die Vertreibung von 700'000 Palästinensern nach der Gründung des Staates Israel) flüchteten viele Palästinenser in die Westbank, weshalb heute die grosse Mehrheit der Bewohner von Ramallah muslimische Palästinenser sind, welche friedlich mit einer Minderheit von Christen zusammenleben.
Wo auch immer man gerade durch die Strassen schlendert, man ist umgeben von einer Menge aus Palästinenserinnen, die es verstehen ihr Kopftuch mit den modischsten Kleidern zu kombinieren, geschäftigen Gemüsehändlern, die unüberhörbar stets die gleichen Preise ausrufen, Shisha rauchenden und “qahwa” trinkenden älteren Herren und nicht zuletzt all die “Internationalen”, die an irgendeinem “Advocacy”- oder Entwicklungsprojekt für die vielen NGO's hier arbeiten und dabei ihr Herz an Palästina und meist auch an dessen Bevölkerung verloren haben. Durch dieses Gemisch von Kulturen ist Ramallah eine offene, lebendige und vergleichsweise westliche Stadt, was ich in diesem Ausmass nicht erwartet hätte.
Anfangs war mir ich total überfordert mit der ganzen Situation. Es schien, als haben alle Geschäfte rund um die Uhr offen und alle Leute sind gerade dann am Einkaufen wenn ich auch unterwegs bin. Dass ich blond bin und mein Mitbewohner Taka wahrscheinlich der einzige Japaner der jemals in Ramallah gesichtet wurde ist, half mir in diesen Momenten auch nicht gerade weiter. Aber ich fühlte mich niemals unwohl, einfach nur total überrumpelt von all diesen neuen Eindrücken. Zum Glück kennt sich Taka sehr gut aus und spricht ausserdem hervorragend arabisch, sodass ich das Denken und Koordinieren ihm überlassen konnte und ihm einfach hinterhertrottete. “Ählan we sählan” diesen Satz der uns von allen Seiten zugerufen wurde werde ich wohl niemals mehr vergessen und wie er besagt, ich fühlte mich durchaus herzlich willkommen in Palästina.


Palestinian Medical Relief Society - Meine Arbeit mit der Mobilen Klinik

Am Montag 2.9., einem Tag nach meiner Ankunft, begann schon mein Praktikums für die PMRS “Palestinian Medical Relief Society” (http://www.pmrs.ps/). Die PMRS ist eine der grössten Gesundheitsorganisation in den palästinensischen Gebieten. Sie ist eine Non-Profit-Organisation und setzt sich in der ganzen Westbank sowie im Gazastreifen für die Bereitstellung von Basis-Gesundheitsleistungen ein.
Durch die dauerhafte israelische Besetzung ist in vielen palästinensischen Gebieten dieser Zugang erschwert. Israel kontrolliert alles und so sind die grundlegendsten Sachen sowie Wasser, Medizin, Arbeitsplätze vom “Goodwill” von Israel abhängig. Da Israel die eigenen Landansprüche an allen Ecken auszubauen versucht, wird gezielt und oftmals auch gewaltsam versucht die Palästinenser zur Abwanderung zu zwingen, indem ihnen der Zugang zu solchen Basisgütern erschwert wird. Dazu muss man wissen, dass die Westbank nach dem Oslo Abkommen von 1995 in 3 Zonen aufgeteilt ist:
Area A (18%): Hier hat die palästinensische Autonomiebehörde die volle Kontrolle. Israel hat theoretisch keinen Einfluss, de facto gibt es aber immer wieder Razzias durch die IDF (Israel Defense Forces), wo vorallem in den Refugee-Camps nach militanten Palästinenser gefahndet wird. Die grössten Städte der Westbank wie Ramallah, Nablus, Jericho gehören dazu. Der Zugang ist für Israelis in diesen Gebieten untersagt,

Area B (21%): Dieses Gebiet liegt unter israelischer Militär- und palästinensischer Zivilkontrolle. Auch hier hat Israel verbotenerweise begonnen seine Siedlungspolitik auszubauen.

Area C (61%): Unter alleiniger israelischer Kontrolle. Ursprünglich sollte dieses Gebiet nach Vertrag bis 1990 in die palästinensische Autonomie übergeben werden, was jedoch niemals geschah. Tatsache ist, dass Israel hier laufend neue Projekte lanciert zur Bildung israelischer Siedlungen. 1972 lebten in diesem Gebiet 1200 Israelis, heute sind es 300'000 gegenüber 150'000 Palästinensern (vor einigen Wochen hat Netanyahu trotz neuer Friedensgespräche 1200 neue Siedlungen angekündigt). Die meisten Palästinenser in Area C sind Beduinen und Bauern und leben unter ärmlichen Bedingungen.
Strassen, Wasserversorgung, Bildung, medizinische Versorgung, Obdach etc. stehen unter israelischer Kontrolle und ohne spezielle Bewilligung ist es den Palästinenser nicht erlaubt davon Gebrauch zu machen. So dürfen die Beduinen zum Beispiel keine grossen Reparaturen an ihren Häusern vornehmen, keine neuen Bauten errichten, kein Zement benützen um ihre Hütten auszubessern, auch wenn diese wie in einigen Fällen durch israelische Siedler beschädigt wurden. Ausserdem ist es ihnen trotz des fehlenden Zugang zum Wassersystem verboten Zisternen zu bauen, wodurch es zumindest möglich wäre das Regenwasser aufzufangen. Unglaublich, wenn man die Swimmingpools der benachbarten Siedlungen betrachtet. Auch die Entwicklung eines medizinischen Netzwerks ist dadurch unterbunden, weshalb Palästinenser in Area C in ein Krankenhaus in Area B oder A müssen und je nach Strasse eine spezielle Erlaubnis für die Fahrt dorthin benötigen.
Hier setzt nun eines der Projekte von PMRS an, die Mobilen Kliniken, bei denen ich die ersten zwei Wochen dabei sein durfte. An fünf Tagen der Woche fahren diese in die Area C und behandeln Bewohner von kleinen Dörfern, sowie Beduinen. Dadurch soll den Menschen in diesen Gebieten eine unentgeltliche Basisgesundheitsversorgung gewährleistet werden (sozusagen ein wöchentlicher Hausarzt), wodurch auch der Abwanderung von Palästinenser in grössere Städte als Folge der zunehmenden Isolierung durch Israel entgegen gewirkt werden soll.

Ausgerüstet mit meinem Stethoskop kam ich am ersten Tag noch völlig ahnungslos im Haupsitz der PMRS an. 10 Minuten später sass ich in der Ambulanz der PMRS auf dem Weg nach Zubaydat im Jordan Valley und freute mich ab meiner palästinensischen Mitarbeiterin Faten, eine “frische” Assistenzärztin die gerade Deutsch lernt. Leider konnte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ab der schönen Fahrt durch's Jordan Valley freuen, da wir im Hinterteil der Ambulanz sassen, umgeben von Kisten voller Medikamente, die uns auf der holprigen Fahrt gelegentlich entgegenflogen.
In Zubaydat angekommen bauten wir unsere Mobile Klinik in einer ehemaligen Schule auf. Ein Raum für gynäkologische Fälle, wo Faten mit ihrem mobilen Ultraschallgerät auf all die “Schwangeren” wartete und wenn ich eins an diesem Tag gelernt habe: Egal wie klein das Dörfchen ist, Schwangere gibt's immer zur genüge! ;) Im zweiten Raum wurden alle anderen Fälle untersucht, Blut abgenommen und Medikamente ausgegeben. Die Leute bezahlten 4 Scheckel für eine Untersuchung (ca. 1 Franken) inklusive Medikament - wer würde da nicht gerne zum Arzt gehen? Die Kinder sahen dies etwas anders und versteckten sich meist ängstlich hinter ihren Müttern, von wo sie mich neugierig beobachteten. Aber sobald ich ihnen mit dem Spatel in den Mund schauen wollte, war alle Neugier vergessen und “Aaaaahhh” (mein kreativer Versuch das fehlende Arabisch zu umgehen) zeigte auch nicht grosse Wirkung. Ein weiteres Hindernis war, die Untersuchung jeglicher Stellen die nicht zu Gesicht und Händen gehören. Da half mir mein ganzes im Studium systematisch erlerntes Vorgehen von Inspektion über Palpation und Perkussion nichts. Der Patient kommt, beschreibt sein Problem, allenfalls wird mit dem Stethoskop über eine Schicht von Kleidern Herz oder Lunge abgehört oder die Lymphknoten durch das Kopftuch getastet und ein kurzer Blick in Mund oder Ohr, was die Sache nicht ganz einfach macht. Aber die Ärzte und Krankenschwestern waren erfahren, kannten die Leute gut und wussten meist bereits zu Beginn wo das Problem liegt. Die meisten Fälle waren Blasenentzündung, Tonsillitis, Mittelohrentzündung, Anämien, Verdauungsbeschwerden, Erkältungen, Hautausschläge und Ultraschalluntersuchungen bei Schwangeren.
Am nächsten Tag packe ich das Stethoskop UND mein Desinfektionsmittel ein (nach Schweizer Standard ist dies hier definitiv untervertreten!!) und wir fuhren mit der Mobilen Klinik nach Abu Dahooq. Dies ist ein Beduinendörfchen in der Nähe von Jerusalem. Ich war gespannt was mich erwartete, denn ich hatte einiges über die schwierige Situation der Beduinen in der Westbank gehört, konnte mir aber immernoch nicht ganz vorstellen, wie das Leben und die Wohnsituation genau aussah. Nach einer kurzen Fahrt vorbei an modernen, grünen Siedlungen inmitten der felsigen Hügel sah ich aus der Ferne die kleinen Hütten, dürftig zusammengezimmert aus Wallblech, Holz und anderen “Recycling”-Materialen, umgeben von Abfall und Schrott. Dazwischen ein Kamel und eine Horde von Ziegen, streunenden Hunden, Katzen und Hühnern. Ich konnte es kaum glauben! Ich hatte das Gefühl, zwischen zwei komplett unterschiedlichen Welten unterwegs zu sein, die geografisch lediglich durch die elektrischen Zäune der Siedlungen und einer 10minütigen Autofahrt getrennt waren, aber in Wahrheit aus unterschiedlichen Zeitaltern zu stammen schienen. Und an anderen Orten war der Kontrast noch viel extremer, wo die Beduinendörfchen direkt an die höher gelegenen Siedlungen grenzen – wie das Hundehüttchen vor dem Heim oder das Arbeiterhaus im Garten der Villa... Und wer will schon von seiner Terrasse einen solchen Ausblick haben? Beim Vorbeifahren entdeckte ich eine kleine Schule, die heute eigentlich zweistöckig sein sollte. Da die israelische Regierung jedoch den Palästinensern in Area C bauen verbietet, konnte dieses Projekt nicht umgesetzt werden. Faten zeigt auf den Wachturm neben dem Beduinendorf und erklärt: “Von hier beobachten israelische Soldaten was im Dorf vor sich geht und sobald sie eine Neuerung entdecken kommen sie vorbei und zerstören sie.”
Wir parken auf einem Hügel vor dem Beduinendörfchen um zu frühstücken. “Pizza zum Frühstück?”, frage ich, als Mayame die Krankenschwester unser Essen auspackt. “Dies ist Manaqish, nicht Pizza”, erklärt mir Faten lachend, “Fladenbrot mit Käse oder Zatar (eine Thymianmischung, sehr lecker!) belegt.”
Wenig später sitzen wir in einem dieser Hüttchen auf den gemütlichen Sofas, der Boden ist belegt mit bestickten Teppichen, an der Wand hängt ein Gebetsteppich und der Fernseher läuft im Hintergrund. Eine Beduinenfrau serviert uns Tee mit unmengen Zucker versüsst, wie alle Getränke hier. “Woher haben sie Wasser und Elektrizität?”, frage ich Faten. “ Die Siedlungen verlegen ihre Leitungen durch die Beduinendörfchen und beziehen Wasser aus deren Gebieten. Den Beduinen sind von diesem System ausgeschlossen, doch von irgendwoher müssen sie Wasser und Strom erhalten, da es ihnen ja auch nicht erlaubt ist Einrichtungen zu bilden um beispielsweise Regenwasser aufzufangen. Deshalb zwacken sie hier und da von den Siedlungsleitungen ab. Sie “stehlen” sozusagen das Wasser zurück, das ihnen gestohlen wurde.” Ich nicke, aber verstehen kann ich es nicht.
Nun kommen die ersten Patienten. Wieder die gleichen Fälle, doch hier ist noch weniger Privatsphäre und Gesundheitsverständnis vorhanden, weshalb man sehr vorsichtig auf die Patienten eingehen muss und praktisch keine weiteren Untersuchungen möglich sind. Die Patienten kommen weil sie ihre Medikamente wollen. Hier bezahlen sie nichts. Es ist schwierig ihnen zu erklären, das man nicht für jede simple Erkältung ein Medikament braucht und das die Rückenschmerzen der schwangeren Frau von der Überbelastung kommt, während deren Mann den ganzen Tag in der Sonne faulenzt. Ein Rezept und ein Medikament, sei es auch nur Vitamine und sie sind zufrieden. Ginge man anders vor, kämen sie gar nicht mehr. Viel Antibiotikum wird verschrieben und ich frage mich, ob nicht längst das ganze Dorf resistent sein müsste. “Dies ist nötig, weil die Infektionsgefahr viel höher ist und die Leute nur selten einen Arzt sehen”, erklärt mir Dr. Abdallah. “Ist ein Kind krank, bleibt es nicht wie bei uns im Bett und kuriert sich aus, sondern ist weiterhin jeglichen Krankheitserregern ausgesetzt, was sehr gefährlich sein kann. Doch die Eltern wissen dies nicht und nehmen selten Rücksicht darauf.”
Viele Vorgehensweisen sind für mich anfangs unverständlich und erst bei Rücksichtnahme auf den kulturellen Hintergrund wird mir so einiges klar. Beispielsweise macht es keinen Sinn bei einer vaginalen Pilzinfektion an unverheiratete Frauen Vaginaltabletten zu verschreiben, da sonst die Jungfräulichkeit angetastet werden könnte. Für mich erfordert dieses andere Verständnis ein Umdenken in vielen Bereichen, was ich sehr spannend finde.
Wenig später kommt eine junge Frau herein und erzählt uns von ihrem Ausschlag der mit allen Medikamenten nicht zu heilen war. Schlussendlich habe sie die Stellen mit heissem Eisen abgebrannt. Sie zeigt stolz auf die Narben an ihren Händen und sagt sie sei endlich geheilt. Nun bringt sie ihre kleine Schwester, um zu fragen ob sie das Gleiche bei ihrem Ausschlag tun könne? Wir schauen sie alle schockiert an und versuchen ihr klar zu machen, das dies keine Lösung sei.
Die Lebensumstände der Beduinen sind sehr primitiv, einfach, patriarchalisch, dreckig und arm. Doch es ist auch ein bewusster Entscheid zu dieser Lebensweise. Einige Beduinen haben mehr Geld als “normale” Dorfbewohner aber sie sind an diesen Lebensstandard gewohnt und wollen es so. Ich respektiere und bewundere diese Entscheidung und bin dankbar für den Einblick in eine andere Welt den ich während mehreren Wochen mittels den Mobilen Kliniken machen durfte. In Erinnerung bleibt mir auch die Herzlichkeit und das Vertrauen die uns alle Patienten entgegenbrachten.

Ein ganz spezielles Erlebnis war für mich war auch die Zusammenarbeit der PMRS mit den Physicians for Human Rights. Die Physicians for Human Rights ist eine israelische NGO die sich für das Recht auf medizinische Versorgung und das Ende der Besatzung von Palestina einsetzt. Ein Projekt ist, das sich am Sabbath israelische Ärzte freiwillig in den Mobilen Kliniken innerhalb der Westbank engagieren.
An diesem Samstag dem 21. 9. arbeiteten also die PHR mit der PMRS zusammen und wir traffen uns in Abu Falah in der Nähe von Ramallah zu einem “Tag der offenen Tür”. Dies hatte sich überall rumgesprochen und so kamen viele interessante Fälle zur Untersuchung. Ich begleitete Faten bei der gynäkologischen Sprechstunde und auch für sie war dies ein spezielles Erlebnis. Der gynäkologische Facharzt, der die Sprechstunde leitete war Dr. Gal, ein israelischer Arzt aus Tel Aviv mit viel Know-how. Faten reichte ihm die Hand zur Begrüssung und fing in der ganzen Aufregung aus Versehen an Deutsch zu sprechen. Später erklärte sie mir, das dies das erste Mal sei, das sie einem Israeli die Hand gäbe. Als es um die Gruppenaufteilung geht, bemüht sich Faten darum mit Dr. Gal zu arbeiten, da sie von ihm sicher viel lernen könne Und tatsächlich, die beiden funktionieren wunderbar als Team. Faten übersetzt und untersucht, Dr. Gal leitet und erklärt ihr Besonderheiten beim Ultraschall. Die Patienten verlassen zufrieden das Untersuchungszimmer. Am Schluss gibt's noch ein Foto von allen zusammen, mit mir als “neutralen Schweizerin” zwischendrin. ;)

Nun was habe ich gelernt in diesen Wochen? Durch die sprachliche Barriere habe ich gelernt, in der Zeitspanne von der Schilderung der Patienten bis zur Übersetzung mir die Patienten genau anzuschauen und versuchen schon hier das Problem zu erkennen. Ausserdem musste ich mich genauer auf die Körpersprache der Patienten achten.
Eine der wichtisten Erfahrungen für mich: Ich habe gelernt das eine gute Ärztin sein mehr bedeutet als die richtige Diagnose zu stellen und das passende Medikament zu verschreiben. Ich muss wissen was mein Patient für einen kulturellen Hintergrund hat und wie sein Gesundheitsverständnis den Umgang mit seiner Krankheit und seine Compliance beinflusst. Das Ziel jeder Behandlung sollte es sein, dem Patienten seine Krankheit und die adäquate Therapie verständlich zu machen, aber gleichzeitig dabei auf seine Grenzen und Werte Rücksicht zu nehmen: Wo trifft sich mein Verständnis von Evidence Based Medicine mit dem des Patienten?

Dienstag, 17. September 2013

Some impressions of my first two weeks

Tel Aviv
A thread of Basel in Tel Aviv
That's what Tel Aviv is all about: drinking and having fun...(?) didn't figure it out yet
Israeli Scientology located in the Arab area Yafo in Tel Aviv - yet another of many discrepancies






Ramallah


Where the magic happens - Kitchen of my apartment in Ramallah
Buying delicious bread in Ramallah
Ramallah's market
"Ählan we sählan"
My roommate Taka showing me Ramallah and the surrounding settlements
Enjoying the sun
My Ramallah


Hairdresser in Ramallah advertising the typical Palestinian look...


Al-Manara-Square in Ramallah


Ramallah Tahta - old part of the city


Memorial for Palestinian fighter...

Sunset...
...over Ramallah


Work at PMRS (Palestinian Medical Relief Society) in Jordan Valley








Palestinian breakfast at the Mobile Clinic: Pizza...(?)



On our way to the Bedouines - Jordan Valley
Jordan Valley


Demonstration of power as provocation: huge Star of David placed before a Palestinian village in Area C of the Westbank
Our "hospital" at Abu Dakook (small Bedouin village in the Jordan Valley)
Examinating the patients
"Emergency Room" at Abu Dakook
Our "ambulance"
Old man in Zbeidat
The Bedouins and their "pets" in Anaua (Westbank)



First day of work with PMRS: Gynecological examination room in Zbeidat (small Palestinian village in the Westbank)
 
 
Bedouin with one of our Community Health Worker
Faten and I at work
My favourite doctor Faten presenting the examination room


Me doing ultrasounds at the Mobile Clinic
Doctor Abdullah teaching me how to analyze conjunctivitis


Front: "Houses" of the Bedouins, who are not aloud to build or repair sth, Behind: Settlements of Israelis
Dr. Abdullah with Bedouin in Utatazil (Westbank)


See Genezareth, Golan
Kapernaum at See Genezareth
Greek-orthodox church in Kapernaum...
... place of pilgrimage for all the Russian tourists
Russian Jesus advertisement
"The crew" - Alex&Taka the Americans, Lina the Palestinian and me
Preparing Freekeh for dinner (Palestinian cereal out of green wheat) at our camping place next to the Kibbutz Ha'on at See Genezareth
On our way to the Golan Hights leaving See Genezareth behind ous
Meeting the Druze - small religious community in occupied Golan, easily to recognize by their white caps and huge moustache
View over the Golan Hights
Nimrod Fortress at the Golan Hights
Nimrod Fortress
"Druze Pida" with Labneh - very tasty!
View from the Golan Hights



 






Donnerstag, 5. September 2013

Tel Aviv – Jerusalem – Ramallah


Seit fünf Tagen bin ich nun in Ramallah und kann es immer noch nicht ganz glauben. Die Zeit vergeht wie im Flug und jeder Tag ist gefüllt von neuen Eindrücken, die mich oftmals sprachlos machen. Die spannenden Gespräche mit tollen Menschen, die gastfreundliche und herzliche Kultur, das feine Essen und die Vielseitigkeit an Kontrasten, lassen momentan meine anderen Gewohnheiten in den Hintergrund treten. Einerseits “abschalten” und gleichzeitig in eine andere Welt eintauchen, ein tolles Gefühl, dass ich so bisher kaum kannte.

Von Tel Aviv machte ich mich am Sonntag auf den Weg nach Ramallah, wobei ich den Qualandia-Checkpoint zwischen Jerusalem und Ramallah überqueren musste. In Jerusalem angekommen, suchte ich den Bus zum Damaskus Tor und scheiterte anfangs an sprachlichen Missverständnissen. Auf hebräisch heisst dieses nämlich “Sha'ar Shechem” und bei der Erwähnung von Damaskus verwiesen sie mich freundlich darauf, dass ich im falschen Land sei und ob ich wirklich momentan dort hin reisen will? Naja, schlussendlich fand ich den Bus und dank übermässigem Verkehr wurde aus einer kurzen Busfahrt eine einstündige Stadt- und Glaubensführung.
Ich fühlte mich in der Zeit zurück versetzt, wenn ich aus dem Bus die geschäftig durch die Strassen laufenden, schwarz-weiss gekleideten, kleinen Männlein mit ihren runden Brillen, grossen Hüten, langen Bärten und gepflegten Kotletten-Locken, beobachtete. Kurz darauf kam ich ins Gespräch mit einem Juden, der mir stolz über seinen Glaube erzählte, wobei er seine Weisheiten immer wieder von hebräischen Zitaten zu unterlegen wusste. Als ich ihm erzählte ich sei Medizinstudentin, erwiederte er zum Beispiel: “Nur die guten Ärzte kommen in die Hölle”.
Später sass ich im Bus nach Ramallah und musste mich erstmals nach einigen Tagen hebräisch und Kippa an arabisch und Kopftuch gewöhnen. Unterstrichen wurde dieser Ganze Kontrast von DER Mauer, die ich beim Qualandia-Checkpoints zum ersten Mal erblickte. Ein komisches Gefühl überkam mich, wenn ich dieses Nadelöhr bewacht von schwer bewaffneten Soldaten und umgeben von mit Parolen besprayten Wänden passierte und diese ganze Absurdheit machte mich sowohl wütend als auch traurig.
Am Busbahnhof holte mich Taka, mein amerikanisch-japanischer Mitbewohner und Mitarbeiter ab und führte mich durch die Strassen zu unserem Appartment. Ich hatte definitiv was anderes erwartet und war erfreut als ich das riesige Wohnzimmer mit mindestens 5 Sofas, die Regale voller Bücher, Wände dekoriert mit politischen Postern und mein grosses Zimmer mit Doppelbett erblickte. Spätestens nach der riesenSchweizerflagge die ich auf dem Weg zur Wohnung vor dem Mövenpick-Hotel aufgespannt sah und der Tatsache, dass mein zweiter Mitbewohner ein Schweizer ist, fühlte ich mich fast schon wie zuhause ;).

Die nächsten Tage waren sehr aufregend. Einerseits begann bereits am Montag mein Praktikum bei der Palestinian Medical Relief Society (PMRS) und zudem lernte ich jede Menge Voluntäre, Palästinenser, Beduinen und deren Geschichte kennen. Aber mehr dazu im nächsten Post.
Nun muss ich nämlich das kommende Wochenende (hier Freitag und Samstag) vorbereiten. Taka hat mich eingeladen mit ein par Freunden ein Auto zu mieten. Heute Abend gehen wir nach Tel Aviv, wo Freunde von ihnen eine Party organisieren, danach geht's zum See Genezareth, wo wir am See campen werden und danach in die Golanhöhen wandern gehen. Ich hoffe ich muss nicht fahren, der Verkehr hier ist total verrückt und wie uns gestern der Ambulanzfahrer beim Nachtessen mit seiner siebenköpfigen Familie erklärte gilt: “Ob rot, orange oder grün an der Ampel, alle bedeuten das gleiche hier...”

Salam,
Johanna

Sonntag, 1. September 2013

Wo, wann, wie, warum, mit wem?

Meine Lieben

Wie versprochen, werde ich euch immer wieder auf dem Laufenden halten über meine Erlebnisse hier im Nahen Osten. Ich hoffe euch damit einen kleinen Einblick in meine Erlebnisse meines Zwischenjahres zu geben, allfällige Sorgen aus der Welt zu schaffen und natürlich euch auch einen anderen Blickwinkel auf diese oft erwähnten aber doch unbekannten Orte zu verschaffen! Ausserdem freue ich mich natürlich immer auch etwas von euch und der Schweiz zu hören ;).

Nun sitze ich in einem (veganen ;) ) Kaffee und geniesse das gute Essen hier in Tel Aviv. Seit Donnerstag bin ich hier, konnte bei einem israelischen Freund, den ich in Neuseeland kennenlernte, wohnen. Mit ihm konnte ich ein wenig die Stadt erkunden und er half mir meine Weiterreise zu organisiern.
Nun hatte ich soeben ein "Vorstellungsgespräch" bei den Physicians for Human Rights, bei denen ich mich im November und Dezember engagieren möchte. Aber erstmal gehts jetzt nach Ramallah, wo mein erstes Praktikum beginnen wird. Nun, dies sind viele Namen und Daten, ich weiss. Deshalb hab ich euch eine kleine Übersicht zusammengestellt, von den wichtigsten Stationen, die ich auf meiner Reise besuchen werde. Einiges ist auch noch unklar, weshalb sich mein Reiseplan immer wieder spontan ändern wird. Aber deshalb gibt's ja diesen Blog ;)

Das wars fürs Erste. Es werden sicher bald einige Fotos folgen, sobald  ich mich in Ramallah eingerichtet habe.

Lehitraot

Johanna

Reiseplan Israel - Palästina (- Jordanien?)

29.08.2013 – 01.09.2013 Aufenthalt in Tel Aviv bei Fredy Levin, ein Freund den ich vom Reisen kenne und letztes Jahr zu Besuch in der Schweiz war.

01.09.2013 – 30.09.2013 Als Voluntärin bei Palestinian Medical Relief Society (PMRS) in Ramallah (Westbank, Palästina). Ich werde mit anderen Voluntären in einem grossen Haus wohnen. In meinem Praktikum werde ich voraussichtlich an einem Schulprojekt für Kinder teilnehmen, wo sie in medizinischen Themen unterrichtet werden. Ausserdem werde ich die Ärzte und Pflegerinnen begleiten, wenn sie mit mobilen Kliniken in Flüchtlingslager und Beduinendörfer Leute behandeln.

01.10.2013 – 18.10.2013 Reise in Israel und Palästina, evtl. mit Mami ;)

19.10.2013 – Ende Oktober Aufenthalt in Gaza (Palästina). Ich werde mit den zwei deutschen Psychiatern Stefan Flegelskamp und Agnes Dudler einreisen. Sie waren bereits in Gaza und werden dort ein Seminar am Gaza Community Mental Health Program geben. Das ist ein psychiatrisches Zentrum, mit Schwerpunkt auf die Behandlung von traumatisierten Kindern, mittels Psychodrama. Ausserdem gibt es viele Angebote für Frauen. Danach werden die 2 Psychiater wieder zurück nach Deutschland reisen und ich, wenn ich mich gut aufgehoben fühle, werde bei der PMRS Gaza für einige Wochen ein Praktikum machen. Die PMRS Gaza hat ähnliche Projekte wie die PMRS Ramallah.
November - Dezember Diese 2 Monate sind noch nicht festgelegt:

a) ich reise nochmals zurück ins Westjordanland, oder

b) ich werde nach Jordanien reisen (falls ich keine Bewilligung für Gaza erhalte muss ich nach 3 Monaten, d.h. im November ausreisen und wieder neu nach Israel einreisen, damit ich bis Dezember bleiben kann), oder

c) ich werde ein Praktikum in Tel Aviv bei den Physicians for Human Rights (PHR) beginnen. Dies ist eine israelische NGO, die sich auf die medizinische Arbeit mit Flüchtlingen und Gefangenen konzentriert. Ausserdem hat die PHR auch Mobile Kliniken mit denen sie ins Westjordanland geht, sich für das Ende dessen Besetzung einsetzt und eng mit der PMRS zusammenarbeitet

23.12.2013 Rückflug in die Schweiz

All diese Praktika konnte ich dank Fritz Wunderli, dem Projektverantwortlichen bei Medico International Schweiz organisieren. Medico setzt sich in verschiedenen Ländern für die Gewährleistung und Förderung des Gesundheitswesens ein.

Hier noch einige Homepages, wo ihr euch genauer über die Organisationen informieren könnt:

Homepage Medico Schweiz http://www.medicointernational.ch/

Homepage PMRS http://www.pmrs.ps/

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